Aktuelles

2.500 Euro für die IGV Nußloch zum
25-jährigen Jubiläum

Pressemitteilung

04. Juni 2019

Seit 25 Jahren führt die Interessen Gemeinschaft Volksschauspiele Nußloch (IGV) e.V. im Nußlocher Steinbruch ein Freilichttheater auf. Dass das Ganze zu solch einer Erfolgsgeschichte mit insgesamt fast 200.000 Besuchern werden sollte, hatten sich die Verantwortlichen im Verein nicht vorstellen können.

„Wir hätten das am Anfang nicht gedacht. Nach wie vor erfreuen sich unsere Aufführungen einer ungebrochen großen Beliebtheit“, so der 1. Vorsitzende Heiko Richter, der seit 1996 dabei ist. Mit der Inszenierung des „Bauernpropheten“ im Jahre 1994 wurde der Grundstein für die erfolgreiche überregionale Theaterarbeit gelegt.

25 Jahre Freilichttheater in Nußloch sind auch deshalb möglich geworden, weil die Sparkasse Heidelberg der IGV von Anfang an als treuer Sponsor zur Seite steht. Was den besonderen Reiz der Aufführungen im Steinbruch ausmacht, beschreibt Regionaldirektor Michael Thomeier, der schon über ein Dutzend der Aufführungen besucht hat, so: „Das Ambiente im Steinbruch ist klasse und die Laiendarsteller bringen eine richtig gute Qualität auf die Bühne.“ Aufgeführt wird in diesem Jahr das Stück „Der Hauptmann von Köpenick“ unter der Regie von Georg Veit. Insgesamt neun Aufführungen wird es bis zum 27. Juli geben.

Michael Thomeier war wie in den vergangenen Jahren zusammen mit seinen Kollegen Filialdirektor Michael Stegmaier und Christian Schäfer, Filialleiter in Nußloch, bei der Generalprobe dabei. Bei dieser Gelegenheit überreichten sie Heiko Richter einen Scheck in Höhe von 2.500 Euro. Richter bedankte sich für die vertrauensvolle und langjährige Unterstützung der Sparkasse. „Das Freilichttheater sucht seinesgleichen und strahlt weit über die Grenzen von Nußloch hinaus“, stellte Michael Stegmaier vor der Generalprobe fest. Und Christian Schäfer lobte die Vielfalt des Theaters durch ständig wechselnde Stücke mit verschiedenen Genres.

Informationen und Karten gibt es über die Homepage der IGV: www.igv-nussloch.de

IGV-Vorsitzender Heiko Richter (2.v.l.) freute sich über die erneute Zuwendung der Sparkasse Heidelberg für den Verein. Filialleiter Christian Schäfer (r.), Filialdirektor Michael Stegmaier (l.) und Regionaldirektor Michael Thomeier (2vr.) überbrachten die Spende und schauten anschließend sich das Stück bei der Generalprobe an.

Tausende wollten den Glöckner sehen

Freilichtspieler ziehen positive Saisonbilanz – Hohe Auslastung trotz schlechten Wetters – 40 000 Besucher von 2013 bis 2017

Rhein-Neckar-Zeitung / Nr. 191 Von Agnieszka Dorn

Samstag/Sonntag, 19./20. August 2017

Nußloch. Das Publikum hatte entschieden: Trotz strömenden Regens sollten die Schauspieler das Stück „Der Glöckner

von Notre Dame“ im Freilichttheater im Nußlocher Steinbruch unbedingt spielen. Der Applaus war gewaltig und diente als Abstimmungsbarometer. Und so streifte Quasimodo bei strömendem Regen im Steinbruch umher und versuchte, die schöne Esmeralda zu bezirzen.

Man habe nur zwei oder drei Vorstellungen bei angenehmem Wetter gespielt,erzählt Heiko Richter, der Vorsitzende

der Interessengemeinschaft Volksschauspiele Nußloch (IGV), rückblickend

auf die Saison. Der Stimmung tat dies aber beileibe keinen Abbruch, sie war grandios. keine Aufführung fiel insWasser, obwohl Wasser wirklich reichlich vorhanden war. Petrus meinte es nämlich nicht gut mit den Nußlochern. Es regnete oder nieselte viel. Und so lief der Verkauf vonRegenjacken noch nie so gut wie in diesem Jahr; sie gingen weg wie warme Semmeln.

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Die Aufführung des „Glöckners von Notre Dame“ lockte Tausende Besucher nicht nur bei gutem Wetter in den Steinbruch. Foto: Katzenberger-Ruf

Es gab neun Aufführungen und eine öffentliche Generalprobe ab Ende Juni und den ganzen Juli über. 70 Darsteller standen auf der Bühne, es gab über 250 Kostümteile. Bei der oben erwähnten Aufführung war die Vorstandschaft sogar wenige Minuten vor Beginn der Aufführung – bei vollem Haus – immer noch nicht sicher, ob man das Stück auf die Bühne bringen sollte oder nicht. Daher band man die Zuschauer kurzerhand in die Entscheidung ein – und natürlich wollten diese das Stück sehen.Die Akteure spielten bei besagter Aufführung dann ohne Pause durch, es regnete abwechselnd stark und leicht. Schlechtes Wetter sei das Risiko jeder Freilichtveranstaltung, meint Heiko Richter. So wurde die Kleidung der Schauspieler zwar nass, aber die Schminke verlief nicht. Denn sie war wasserfest. Ein wenig nass wurden auch die Zuschauer. Wer einen Regenschirm aufgespannt hatte, klappte ihn ganz schnell wieder zu. Denn die Schirme versperrten die Sicht auf die Bühne und es bestand die „Gefahr“, vom Hintermann „eins auf den Deckel“ zu bekommen. Also kaufte das Publikum fleißig Regenjacken. Die Technik, also die Mikrofone, machte beim Regen übrigens keine Probleme. Auch der Boden war trotz des Regens nicht sonderlich glitschig, kein Schauspieler rutschte aus. Allerdings durfte keiner vom Ensemble krank werden, denn jede Rolle war nur ein Mal vergeben. Und es gab keine Ersatzbesetzung. Wenn alles Stricke gerissen wären, hätte einer die Rolle auf der Bühne lesen müssen, sagt Heiko Richter. Es ging aber alles gut.

Bereits eine Stunde vor dem Beginn des Glöckners wurde es lebendig im Steinbruch. Die Leute stimmten sich mit Getränken und Essen auf das Schauspiel ein. Das schlechte Wetter hielt die Zuschauer davon nicht ab, früher aufzutauchen. Auch nach der Aufführung blieb man trotz desRegens noch da und ließ den Abend bei einem Glas Sekt oder Bier gemütlich ausklingen. Etwa 40 Helfer sorgten für die Bewirtung. Aber nicht nur der Verkauf von Regenschirmen boomte, seit Jahren habe man nicht mehr so eine große Auslastung gehabt, erzählt Heiko Richter. In dieser Saison wurden von insgesamt 8310 Plätzen 8250 Karten verkauft. In den Jahren 2013 bis 2017 haben somit insgesamt 40 000 Zuschauer die Aufführungen besucht. Trotz des enormen Erfolgs sollte man aber nicht vergessen, dass die Schauspieler ehrenamtlich auf der Bühne stehen und in der Freizeit proben, sagt Heiko Richter. Also, wenngleich sie sehr gut sind, sind es eben keine professionellen Schauspieler. Was die IGV nächstes Jahr spielt, ist noch offen. Auf jeden Fall wird es wieder ein Stück
unter der Regie von Georg Veit sein.

 

Und man wünscht sich nur eins:

gutes Wetter!

Den gesamt Artikel finden Sie auch im PDF oder auch als LINK zur RNZ

Die Sparkasse Heidelberg Spende an die IGV Nußloch

Pressemitteilung

29. Juni 2017

Seit über 20 Jahren führt die Interessen Gemeinschaft Volksschauspiele Nußloch (IGV) e. V. im Nußlocher Steinbruch ihr Freilichttheater auf. Mit großem Erfolg: Über 150.000 Besucher kamen seit 1994 zu den Veranstaltungen. Seitdem unterstützt auch die Sparkasse Heidelberg den kulturellen Verein. Es ist schon zur Tradition geworden, dass Vertreter der Sparkasse zur öffentlichen Generalprobe kommen. Bei dieser Gelegenheit wird ein Spendenscheck an den Vorstand der IGV überreicht. Zur diesjährigen Generalprobe kamen Regionaldirektor Michael Thomeier, Filialdirektor Michael Stegmaier und Christian Schäfer, Filialleiter in Nußloch, und überreichten dem 1. Vorsitzenden Heiko Richter einen Scheck in Höhe von 1.250 Euro.
Heiko Richter bedankte sich für die jahrelange Unterstützung der Sparkasse. Mit dem Geld werde unter anderem das Programmheft realisiert. In diesem Jahr führt die IGV das Stück „Der Glöckner von Notre- Dame“ auf. Zehn Aufführungen inklusive der Generalprobe wird es bis zum 13. Juli geben. „Die Förderung kultureller Projekte in der Region liegt uns am Herzen“, sagte Michael Thomeier bei der Spendenübergabe. „Die Stücke sind immer sehr gut gemacht, wir schauen uns das jedes Jahr sehr gerne an“, ergänzte Michael Stegmaier.

Heiko Richter (2.v.l.) freute sich über die erneute Zuwendung der Sparkasse Heidelberg für die IGV. Filialleiter Christian Schäfer (links.), Regionaldirektor Michael Thomeier (2.v.r.) sowie Filialdirektor Michael Stegmaier überbrachten die Spende und schauten sich das Stück bei der Generalprobe an

Quasimodo streiftdurch den Steinbruch

Proben für den „Glöckner von Notre Dame“ laufen auf

Hochtouren – Premiere für Regisseur Georg Veit

Von Agnieszka Dorn

Nußloch.
 

Die Sonne brutzelt im Nußlocher Steinbruch, die Menschen dort scheint die Hitze aber wenig zu stören. Denn sie haben ein ganz anderes Problem: Gerade haben sie den Teufel gesehen. „Der Deufel, der Deufel – schickt die Weiber und die Kinder fort!“, schreit jemand panisch. „Was ist denn los, warum sagt er nichts?“, fragt ein Mann, der dem Teufel, oder besser:

Quasimodo, gegenübersteht.

Der bucklige Mann bringt aber kein Wort über die Lippen. Und geradeals man gespannt ist, wie es weitergeht, bricht Regisseur Georg Veit die Szene ab, zu wenig dramatisch war das Ganze. Also wird die Szene wiederholt. Veit schlüpft in die Rolle eines Darstellersund zeigt den Schauspielern, wie sie es besser machen sollen. So authentisch wie möglich soll es aussehen. Während Jung und Alt bei dem heißen Wetter ihre Freizeit im Freibad verbringen und vergnüglich im kühlen Nass planschen, laufen die Proben für das Stück „Der Glöckner von Notre Dame“ (siehe Hintergrund-Kasten links), das die Interessengemeinschaft Volksschauspiele (IGV) in knapp vier Wochen im Nußlocher Steinbruch aufführt, auf Hochtouren. Die ersten Proben fanden in der Olympiahalle, der Lindenschule und der Bücherei statt, erzählt Heiko Richter, der Erste Vorsitzende der IGV. Jetzt, wo die Schauspieler die Texte können, wird das Stück an dem Platz geübt, wo später die Freilichtaufführung stattfindet.

 

Geübt wird einmal die Woche für etwa drei Stunden. Eine Premiere ist es für den neuen Regisseur Georg Veit, zum ersten Mal führt er Regie im Nußlocher Freilichttheater. Unbekannt ist Georg Veit allerdings nicht, denn speziell für die Nußlocher inszenierte er 2015 das Winterstück „Die zwölf Geschworenen“, bei dem er auch die Regie führte. Nach elf Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit arbeitete Regisseur Peter Nassauer vergangenes Jahr beim Stück „Don Camillo und Peppone“ zum letzten Mal für die IGV. Das Stück soll lebendig und authentisch sein, das sei ihm unheimlich wichtig, sagt Georg Veit über den Glöckner. Die Szenen werden so oft geübt, bis der Regisseur zufrieden ist. Und das kann oft sein.

„Das Ganze noch einmal“, lautet die Anweisung des 52-Jährigen nach einer Szene.

 

Seit vielen Jahren arbeitet Veit im Capitol Mannheim als künstlerischer Leiter, vor sechs Jahren führte er sowohl das Haus- und das Kindertheater. Zudem hat Veit sein eigenes Kindertheater, „Die Schaubude“. Mit den Nußlocher Schauspielern ist der Regisseur sehr zufrieden, Spaß macht es sichtbar beiden Seiten. Noch proben die Nußlocher in normalen Kleidern. Bald startet der Endspurt dann wird auch in richtigen Kostümen geprobt. Rund 70 Akteure werden auf der Freilichtbühne stehen, wenn sich am 30. Junium20 Uhr der imaginäre Vorhang bei der Premiere öffnet. Man habe über 200 Kostümteile extra für das Stück neu erstellt, erzählt Heiko Richter. Gutes Wetter und kein Regen wünsche er sich für die Aufführungstage. Na, den Wunsch wird Petrus doch sicherlich erfüllen. Mit einem Buckel und zugedrücktem Auge streift der Glöckner von Notre Dame, auch Quasimodo genannt, durch den Nußlocher Steinbruch, gespielt wird er von Dieter Niedermayer. Probleme mit der gebückten Haltung habe er keine, sagt er, im Gegenteil: Er habe sich daran so sehr gewöhnt, dass er fast schon Probleme habe, normal aufgerichtet zu gehen, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Pressebereicht aus der RNZ Region Heidelberg vom Pfingstausgabe, 3/4/5. Juni 2017 Von Agnieszka Dorn

Im Steinbruch laufen schon die Proben

Darsteller werden zu Kommunisten und Katholiken: Volksschauspiele zeigen im Juli „Don Camillo und Peppone“ – Sieben Vorstellungen

Von Roland Fink

Nußloch.
 

Dass „Don Camillo und Peppone“ vor der Freilichtkulisse des Nußlocher Steinbruchs von Heidelberger Cement bestens funktioniert, hat die Interessengemeinschaft Volksschauspiele (IGV) bereits im Jahr 2007 bewiesen. Dort lief die Camillo-Inszenierung zum ersten Mal ab. Schon damals hätte man meinen können man befände sich nicht östlich der alten Bundesstraße zwischen Nußloch und Wiesloch, sondern in Boscaccio – jenem Örtchen in der norditalienischen Po-Ebene wo alles seine Ordnung hat: Die Menschen gehen erst in die Predigt zu Don Camillo, danach wählt die Mehrheit der Bevölkerung die Kommunisten und deren Bürgermeister. Und in diesem Jahr wird es nicht anders sein, wenn die IGV dort ab 08. Juli „Don Camillo und Peppone“ erneut auf die Freiluftbühne bringt.

 

So schwarz-weiß wie die Filme in den 1970er-Jahren mit dem französischen Schauspieler Fernandel als Don Camillo waren, so klar waren auch die Positionen und die Aussagen der Hauptdarsteller: Hier gut, dort böse; hier die Katholische Kirche, dort die kommunistische-marxistische Partei Italiens mit dem Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone. Aus dieser Gemengelage und nach den Büchern von Giovanni Guareschi entstanden fünf bis heute erfolgreiche Don-Camillo-Filme.

Daraus wiederum hat Gerold Theobald eine Komödie gebaut, die vor Stolz und Würde, vor Schlitzohrigkeit und Humor nur so strotzt. Dazu die Einwirkungen vor Regisseur Peter Nassauer und natürlich das bewährte Ensemble der Nußlocher Volksschauspiele der IGV. weiterlesen

 

Pressebereicht aus der RNZ Region Heidelberg vom Montag, 08. Juni 2016, Ausgabe 130

„Freiheit beruht auf ständigem Zweifel“ 

Interessengemeinschaft Volksschauspiele zeigt „Die zwölf Geschworenen“ – Zweiakter gespickt mit allem, was Menschen umtreibt

Von Roland Fink

Nußloch. Niemand muss Psychologe sein, um recht schnell mitzubekommen, wie sich das Geflecht aus Ansichten und Meinungen so ganz langsam entwickelt. Aus einem verordneten Treffen zufällig ausgewählter Bürgerinnen und Bürger ergibt sich im Laufe des Stückes eine ungeahnte, wenngleich zu erwartende Dramaturgie. Mit den „Zwölf Geschworenen“ wagte die Nußlocher Interessengemeinschaft Volksschauspiele (IGV) erstmals den Sprung von der üppig nutzbaren Freilichtbühne in die beschränkten Verhältnisse eines Innentheaters. Die Festhalle Nußloch war mit der Kapazität von 400 Stühlen belegt.

Die Bühne war mit einfachen Mitteln bestückt. Ein langer Tisch, Stühle, ein Ventilator und Menschen in all ihrer sozialen und menschlichen Unterschiedlichkeit. Sie alle einte eine Aufgabe: über Leben oder Tod eines jungen Mannes zu entscheiden. Geschworene eben, wie es im System der anglikanischen Rechtsprechung üblich ist, wo Menschen ausgewählt werden, zu entscheiden und zu richten.

„Die Sache ist doch klar, schuldig!“ Die Geschworene Nummer drei (Bianca Mundelsee) kämpft mit List und Tücke bis zum Ende für eine Verurteilung des 19-Jährigen, der seinen Vater erstochen haben soll. Elf zu eins für den elektrischen Stuhl, so endet die erste Abstimmungsrunde in dem miefigen, schwülen Geschworenenzimmer.

„Wollen wir diese Möglichkeiten nicht noch einmal durchgehen?“ Damit bringt Nummer acht (Anke Ibele) das festgezurrte Gedankengebäude der Geschworenen ins Wanken. Die „kurze“ Beratung zieht sich in die Länge, die Dramaturgie der Handlung und der handelnden Personen nimmt zu. Zwischen Exzentrik (Brigitte Rensch) und biederem Sportfan (Harald Wieland), zwischen Zurückhaltung (Lieselotte Knecht) und Schickeria (Kirsten Wilfing-Ziegler) entspinnen sich knallharte, teils diffamierende, teils entlarvende Dialoge. Nur selten gibt es für das Publikum etwas zu lachen. Dazu ist die Lage allzu ernst. Indizien und Beweise fangen an zu bröckeln. Der Geschworenen-Obmann Nummer eins (Klaus Dotterer) wirkt besonnen, lässt erneut ein Votum zu. Sieben zu fünf, die Waage beginnt sich zu neigen, die von Soziologen als Rollenverhalten und Gruppendynamik klassifizierten Geflechte verdichten sich.

Gewiss hat der Autor Reginald Rose viel, fast zu viel an Mustern in den Zweiakter gepackt. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im „freien“ Amerika lässt sich erkennen im Umgang mit der Geschworenen Nummer 11 (Bärbel Wellmann), Selbstkritik macht sich breit im Verlauf der Auseinandersetzung wie bei beim Geschworenen Nummer vier (Michael Leschikar); das reicht hin bis hin zum völligen Ignorieren und der Aufgabe der eigener Meinung. Fast ohne großen Text, alleine ausgestattet mit der Gabe der stillen Beobachtung ist Nummer 9, (Liutgard Weik) und den Schlussfolgerungen daraus, geschieht Unglaubliches. Scheinbar anteilnahmslos ist Nummer fünf (Dieter Niedermayer), schlicht beurteilt wird die Situation durch Nummer sechs (Horst Itschner). Das starre Beharren auf eine einmal gefasste Ansicht kennzeichnet den Disput. Gespickt ist das Stück mit allem, was Menschen umtreibt an Zweifel, Selbstverliebtheit, Eigennutz. Erkennbar aggressiver agieren dabei die Frauen, zurückhaltender die Männer.

Bleibt einer, der noch nicht genannt wurde: Regisseur Georg Veit, künstlerischer Leiter des Kulturzentrums „Capitol“ in Mannheim. „Die IGV hat mich angesprochen, ob ich nicht spezielle für die Nußlocher dieses Stück inszeniere“, so Veit während der Pause. Viel mehr ist dem Regisseur aber nicht zu entlocken. Außer, dass er mit der Leistung des Ensembles sehr zufrieden ist.

Kein Wunder: Die Auswahl an guten Darstellern ist im IGV-Amateurtheater üppig, die differenzierten Charaktere ließen sich im Nu finden. „Acht Wochen Probe, viermal die Woche, dann noch drei Tage hier in der Halle, das ist auch für uns eine neue Erfahrung“, erzählt IGV-Vorstand Heiko Richter. „Freiheit beruht auf ständigem Zweifel“, war zu hören. Die Zuschauer gehen mit diesem zwiespältigen Gefühl nach Hause.

Fi Info: Weitere Aufführungstermine sind Samstag, 28 November, 14.30 und 20 Uhr und Sonntag, 29. November, 20 Uhr in der Festhalle in Nußloch. Karten unter www.igv-nussloch.de

 

Pressebereicht aus der RNZ Region Heidelberg vom Montag, 23. November 2015, Seite 4

Volksschauspiel Nußloch:
Der Regisseur motiviert wie ein Fußballtrainer

Die Interessensgemeinschaft Volksschauspiele probt bereits seit April den "Besuch der alten Dame" - Die RNZ hat vorbeigeschaut

Ein Mann mit klaren Vorstellungen: Immer wieder greift Regisseur Peter Nassauer (Mitte) während der Probe ein und korrigiert. Foto: Fink

Von Roland Fink
 

Nußloch. "Das muss aussehen wie das Dach einer alten Scheune, zerbrochene Ziegel und so …." Gerhard Niessner schaut zwar noch etwas skeptisch, notiert sich aber das, was Regisseur Peter Nassauer wünscht. Niessner muss das Gemeinte schließlich handwerklich irgendwie umsetzen. Es ist ein lauer Abend im Nußlocher Steinbruchsgelände, die kleinen Mücken genießen das Wetter genauso wie die Akteure der Interessengemeinschaft Volksschauspiele. Regisseur und Schauspieler gehen über die teilweise noch mit weißen Planen abgedeckte Kulissenlandschaft und beraten sich über die Auftritte. Es ist Probezeit auf dem Spielgelände. Seit Ende April wird das Stück am Ort des späteren Geschehens geformt. Denn angekündigt ist "Der Besuch der alten Dame", ein Dürrenmatt-Klassiker, der in diesem Jahr bei den Nußlocher Freilichtspielen aufgeführt wird.
 

Ein Teil der Kulissen ist neu gestaltet, es gibt jetzt sogar ein Hotel mit einem Balkon. Da werden ab dem 3. Juli quirlige und fetzige Dialoge von der Brüstung in die Stadtmitte des Ortes Güllen zu hören sein. Muss das Heidelberger Schloss weichen oder kann die Kulisse aus früheren Stücken ganz oben auf dem "Festspielhügel" verbleiben? Auch das ist eine Frage, die bis zur Generalprobe zu klären ist.
 

Nassauer klatscht in die Hände, drei Scheinwerferpaare auf dürren Holzstangen beleuchten das Geschehen notdürftig. Auch das wird sich natürlich ändern, wenn die professionellen Beleuchter das Stück ausleuchten, dann in die Totale gehen oder das Gesicht eines der Amateurschauspieler in Szene setzen.
 

"Auf Leute, dritter Akt, fünfte Szene." Bürgerinnen und Bürger der Kleinstadt Güllen versammeln sich auf der Bühne und suchen ihre Positionen. Der Regisseur richtet noch ein paar Worte an die Spieler, ähnlich wie ein Fußballtrainer muss er die Motivation immer wieder neu vermitteln: "Die Proben mit euch, dem Volk, haben mich in der letzten Woche positiv überrascht, also herzlichen Dank für euren Einsatz, macht bitte so weiter, dann wird’s recht."

Im Wirtshaus gegenüber, im "Goldenen Apostel", nehmen die Stammtischler ihre gewohnten Plätze ein. "Wer hat die Bank weggeräumt?" Ein notwendiges Utensil ist nicht an Ort und Stelle, der Requisitenmeister reagiert umgehend und holt die Sitzbank. Nassauer ist zufrieden: "Gut - dann Bürgermeister, Pfarrer und Lehrer hierher auf die Markierung." Klar, die Honoratioren der Stadt haben einiges miteinander zu besprechen. Schließlich will der plötzliche Geldsegen von einer Milliarde Euro weise genutzt sein.
 

Die Souffleusen nehmen das Textbuch, suchen die passende Stelle und … "Kerstin, zu früh, zähle bis auf zehn, dann erst." Peter Nassauer korrigiert erneut. Doch dann hört man die Worte der Radioreporterin, die live über das Geschehen in Güllen berichtet. "Der Bürgermeister ergreift wieder das Wort, nun die Stimme des Mannes, auf dessen Vorschlag hin die Zachanassian-Stiftung gegründet wurde, die Stimme Alfred III., des Jugendfreundes der Wohltäterin." Die Szenen gehen ineinander, es wird tatsächlich griffig, ergibt zusammenhängenden Sinn. Aber nicht lange.

"Musik aus, Blackout, Ton ab und lauter": Irgendetwas hat Nassauer nicht gefallen. Er greift zu seinem Mikrofon und stoppt die Akteure, ehe dieser Akt zu einem Selbstläufer wird. Einen Teil des Volkes ermahnt er, doch bitte erst dann zügig nach vorne zu schreiten, wenn das Licht langsam aufstrahlt.
 

Inzwischen verblasst die Sonne hinter dem Hügel des Steinbruchs. Die Spieler im Ensemble ziehen ihre Jacken über. Und die Figuren auf der Bühne nehmen im Lichtkegel der Scheinwerfer Gestalt an - genauso wie das Stück selbst.
 

Fi Info: Zu sehen ist das Schauspiel "Der Besuch der alten Dame" nach der Premiere am Freitag, 3. Juli, auch am 4., 10., 11., 17., 18., 24. und 25. Juli jeweils um 20 Uhr. Restkarten gibt es im Internet auf der Ticket-Bestellseite

November 2014 Rhein-Neckar-Zeitung

 

In zwei Jahrzehnten begeisterten sie 154000Zuschauer

Zur Jubiläumsfeier der Interessengemeinschaft Volksschauspiele Nußloch wurde Bilanzgezogen.

Von Roland Fink Nußloch.

Es war ein Saisonabschluss der besonderen Art. Nicht nur,dass dieFreilichtspiele in Nußloch auch in diesem Jahr vor stets ausverkauftem Hause über die Bühne gingen. Nein,20 Jahre Interessengemeinschaft Volksschauspiele Nußloch (IGV) wollten zusätzlich gefeiert sein.

Juli 2014 Sparkasse Heidelberg: 

Spende von 1.500 Euro an die Interessengemeinschaft Volksschauspiele in Nußloch 

 

Sparkassen-Regionaldirektor Michael Thomeier und Nußlochs Filialleiter Christian Schäfer waren beeindruckt von der herrlichen Kulisse im Steinbruchgelände. Es war ein sommerlicher Donnerstagabend mit wolkenlosem Himmel und kurz vor der Generalprobe waren alle Schauspieler längst in der Maske und bereiteten sich vor. 

Die bekannte Komödie „Der Raub der Sabinerinnen“ wird in diesem Jahr bei den Nußlocher Freilichtspielen präsentiert und dass die Karten wieder in kürzester Zeit ausverkauft waren, freute den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Volksschauspiele Heiko Richter natürlich. Besonders freute ihn zudem, dass die Sparkasse Heidelberg die Nusslocher Volksschauspieler wieder mit 1.500 Euro unterstützt hat. Das Geld, so Richter, habe einmal mehr für die Realisation der kompletten Werbemaßnahmen Verwendung gefunden. Dass „Der Raub der Sabinerinnen“ wieder zum großen Erfolg wird, dessen sind sich alle Beteiligten sicher. Die große Nachfrage nach den Eintrittskarten zeuge von der hohen Qualität der Inszenierungen, für welche einmal mehr Peter Nassauer Regie führte. 

Die Sparkasse Heidelberg hat die Interessengemeinschaft Volksschauspiele in Nußloch wieder mit 1.500 Euro unterstützt. Vor der Kulisse zum diesjährigen Stück „Der Raub der Sabinerinnen“ freuen sich neben dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft, Heiko Richter (links), auch Sparkassen-Filialleiter Christian Schäfer (rechts) und Sparkassen-Regionaldirektor Michael Thomeier. 

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