Der Hauptmann von Köpenick 2019

 

1931 hatte das Theasterstück, das Carl Zuckmayer überr den realen Fall geschrieben hatte, Premiere als Persiflage auf deutsches Obrigkeitsdenken und Bürokratie aber vor allem als Zerrspiegel für die Sucht nach Bedeutung und Anerkennung. Seither gab es ungezählte Neuinszenierungen und allein 13 Verfilmungen.

die Berliner Morgenpost war voll des Lobes für einen Mann, der weit über Berlin hinaus Geschichte geschrieben hat mit seiner „Geschichte“. Schon einen Tag nach seinem Coup am 16. Oktober 1906 schrieb das Blatt: Es habe sich um einen "man darf sagen - genialen - Schwindler" gehandelt, dem es da in Köpenick gelungen sei, "in Offiziersuniform die Gendarmerie, den Bürgermeister, den Rendanten und eine Abteilung von 10 Soldaten in seinen Dienst zu stellen, nur damit er aus der Stadtkasse in aller Ruhe 4000 Mark erbeuten konnte, um ungehindert damit zu verschwinden." Berlin habe "stundenlang gelacht und gelacht".

Der Hauptmann von Köpenick war eigentlich der mittellose Schuster Wilhelm Voigt, der wegen mehrerer, kleinerer Delikte zu langen Haftstrafen verurteilt und keinen Platz mehr gefunden hatte in einer Gesellschaft, die sich nur an Äußerlichkeiten, Rang und Namen orientierte. Jeder Versuch, sich zu rehabilitieren, wieder Teil der Gesellschaft zu werden, scheitert. Keine Arbeit, keine Papiere – keine Papiere, keine Arbeit. „Rein in die Kaffeemühle – raus aus der Kaffeemühle“. Bis er zum Schluss mit Hilfe einer abgelegten Uniform die ganze Geschichte umdreht und Stadt, Kaiserreich und Vaterland zum Narren hält.

 

Eine Geschichte, die sich mehrmals ineinander wendet und die unterschiedlichsten Facetten menschlicher Existenz auf die Bühne bringt – zum Weinen komisch, zum Lachen traurig.

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