Presse März

 

Sehr verehrte Gäste

 

Die Interessengemeinschaft Nußlocher Volksschauspiele feiert in diesem Jahr
ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Keiner hatte zur Gründungszeit daran geglaubt,
dass die erste Inszenierung des Bauernprophets unseres damaligen
Regisseurs Hubert Maria Pfisterer im Jahre 1994 den Grundstein für eine
überregionale Theaterarbeit bildet. Gleichzeitig dürfen in dieser Zeit, als die IGV
das Laufen lernte, der Autor dieses Stückes, Heimatdichter Rudolf Lehr, sowie
Gerhard Rensch, Ehrenpräsident der IGV, als Hauptinitiatoren zur Gründung des
Nußlocher Freilichttheaters nicht unerwähnt bleiben. Sie alle waren Garant dafür, dass die
Theaterkultur erneut in Nußloch Einzug gehalten hat und weiter halten wird. Nach dieser überaus erfolgreichen Wiederbelebung des Amateurtheaters in Nußloch, folgten im Laufe der Jahre weitere Aufführungen:
Klassiker, Komödie, Mysterienspiel, Schauspiel, Musical sowie Märchen verfeinerten das Angebot, das von unseren Zuschauern immer begeistert angenommen wurde. Die Qualität in Bezug auf die Inszenierungen aber auch auf die schauspielerische Darstellung wurde Jahr um Jahr übertroffen. Die einzigartige Freilichtkulisse im Nußlocher Steinbruchgelände, für dessen Nutzung wir jedes Jahr HeidelbergCement“ zu großem Dank verpflichtet sind, verleihen unseren Theaterabenden zu guter Letzt das nötige Ambiente. Gerade das Amateurtheater bietet die Möglichkeit, leise schlummernde Charakterzüge endlich einmal bis zum Exzess ausspielen. Es gibt genügend Rollen, die Raum dafür bieten: Strahlende Helden, rosarote Verliebte, graue Mäuse, schwärzeste Finsterlinge.
Es zeigt sich wie vielseitig jeder von uns sein kann. Und gerade diese Vielseitigkeit des Theaterspielens, die alljährlich Ausdauer, Disziplin und jede Menge Zeit von jedem einzelnen der Darsteller abverlangt, lassen uns auf 20 erfolgreiche Jahre und abwechslungsreiches Theater in unserem Steinbruch zurückblicken. Für die Zukunft der IGV möchte ich mich den Worten Einsteins anschließen: „Wissen ist begrenzt, Fantasie ist grenzenlos“. Und aus dieser Fantasie werden

wir die Kraft schöpfen, um auch weiterhin unseren überaus treuen Zuschauern begeisterndes und hochwertiges aber auch unterhaltsames und anspruchsvolles Freilichttheater zu bieten.

 

Ihr Heiko Richter

 

Grußwort des Regisseurs

 

zu „Raub der Sabinerinnen“ „Die Leute liegen (vor Lachen) unter dem Stuhl. Ich auch.“ - Dies schrieb

der bekannte Berliner Theaterkritiker Alfred Kerr nach der Erstaufführung des Stückes „Der Raub der

Sabinerinnen“ von Franz und Paul von Schönthan im Jahre 1884. Nach der „Heiratsvermittlerin“ im vergangenen Jahr steht nun eine der bekanntesten Komödien der deutschen Theaterliteratur auf dem diesjährigen Spielplan der Nußlocher Freilichtspiele. Bei dem „Raub der Sabinerinnen“ geht es um den Schmierentheaterdirektor Emanuel

Striese, einem Mann, der finanziell immer klamm, aber voller Leidenschaft für die Bühne ist. Mit seiner Theatergruppe will er das schwache RoÅNmerstück eines örtlichen Gymnasialprofessors aufführen. Er erhofft sich davon ein „ausverkaaftes“ Haus. Der Professor willigt ein unter der Bedingung, dass er als Autor nicht genannt wird, um sich eine mögliche Blamage zu ersparen. Auch seine Frau soll nichts davon erfahren. Aber natürlich kommt die Gattin

vorzeitig von einem Kuraufenthalt zurück und es läuft alles anders als geplant. Da es Strieses Theatergruppe an der

notwendigen Ausstattung fehlt, behilft man sich mit allerlei Notlösungen. Die Aufführung droht zu einem

Desaster zu werden, doch dank der rettenden Idee von Frau Striese wird das Stück doch noch ein Erfolg.

„Der Raub der Sabinerinnen“ wurde mehrfach verfilmt und steht bis zum heutigen Tag auf den Spielplänen

der Theater. Da die Nußlocher Freilichtspiele traditionell die kurpfälzische Mundart pflegen, haben wir

eine Freilichtfassung erarbeitet, die dieser Tradition, so hoffe ich, gerecht wird.

Ich wünsche Ihnen, meine Damen und Herren, heute schon einen vergnüglichen Theaterabend.

 

Peter Nassauer

Schriesheim, März 2014

 

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