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Tausende wollten den Glöckner sehen

Freilichtspieler ziehen positive Saisonbilanz – Hohe Auslastung trotz schlechten Wetters – 40 000 Besucher von 2013 bis 2017


Rhein-Neckar-Zeitung / Nr. 191 Von Agnieszka Dorn Samstag/Sonntag, 19./20. August 2017 ​ Nußloch. Das Publikum hatte entschieden: Trotz strömenden Regens sollten die Schauspieler das Stück „Der Glöckner von Notre Dame“ im Freilichttheater im Nußlocher Steinbruch unbedingt spielen. Der Applaus war gewaltig und diente als Abstimmungsbarometer. Und so streifte Quasimodo bei strömendem Regen im Steinbruch umher und versuchte, die schöne Esmeralda zu bezirzen. Man habe nur zwei oder drei Vorstellungen bei angenehmem Wetter gespielt,erzählt Heiko Richter, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Volksschauspiele Nußloch (IGV), rückblickend auf die Saison. Der Stimmung tat dies aber beileibe keinen Abbruch, sie war grandios. keine Aufführung fiel insWasser, obwohl Wasser wirklich reichlich vorhanden war. Petrus meinte es nämlich nicht gut mit den Nußlochern. Es regnete oder nieselte viel. Und so lief der Verkauf vonRegenjacken noch nie so gut wie in diesem Jahr; sie gingen weg wie warme Semmeln.



Die Aufführung des „Glöckners von Notre Dame“ lockte Tausende Besucher nicht nur bei gutem Wetter in den Steinbruch. Foto: Katzenberger-Ruf



Es gab neun Aufführungen und eine öffentliche Generalprobe ab Ende Juni und den ganzen Juli über. 70 Darsteller standen auf der Bühne, es gab über 250 Kostümteile. Bei der oben erwähnten Aufführung war die Vorstandschaft sogar wenige Minuten vor Beginn der Aufführung – bei vollem Haus – immer noch nicht sicher, ob man das Stück auf die Bühne bringen sollte oder nicht. Daher band man die Zuschauer kurzerhand in die Entscheidung ein – und natürlich wollten diese das Stück sehen.Die Akteure spielten bei besagter Aufführung dann ohne Pause durch, es regnete abwechselnd stark und leicht. Schlechtes Wetter sei das Risiko jeder Freilichtveranstaltung, meint Heiko Richter. So wurde die Kleidung der Schauspieler zwar nass, aber die Schminke verlief nicht. Denn sie war wasserfest. Ein wenig nass wurden auch die Zuschauer. Wer einen Regenschirm aufgespannt hatte, klappte ihn ganz schnell wieder zu. Denn die Schirme versperrten die Sicht auf die Bühne und es bestand die „Gefahr“, vom Hintermann „eins auf den Deckel“ zu bekommen. Also kaufte das Publikum fleißig Regenjacken. Die Technik, also die Mikrofone, machte beim Regen übrigens keine Probleme. Auch der Boden war trotz des Regens nicht sonderlich glitschig, kein Schauspieler rutschte aus. Allerdings durfte keiner vom Ensemble krank werden, denn jede Rolle war nur ein Mal vergeben. Und es gab keine Ersatzbesetzung. Wenn alles Stricke gerissen wären, hätte einer die Rolle auf der Bühne lesen müssen, sagt Heiko Richter. Es ging aber alles gut.

Bereits eine Stunde vor dem Beginn des Glöckners wurde es lebendig im Steinbruch. Die Leute stimmten sich mit Getränken und Essen auf das Schauspiel ein. Das schlechte Wetter hielt die Zuschauer davon nicht ab, früher aufzutauchen. Auch nach der Aufführung blieb man trotz desRegens noch da und ließ den Abend bei einem Glas Sekt oder Bier gemütlich ausklingen. Etwa 40 Helfer sorgten für die Bewirtung. Aber nicht nur der Verkauf von Regenschirmen boomte, seit Jahren habe man nicht mehr so eine große Auslastung gehabt, erzählt Heiko Richter. In dieser Saison wurden von insgesamt 8310 Plätzen 8250 Karten verkauft. In den Jahren 2013 bis 2017 haben somit insgesamt 40 000 Zuschauer die Aufführungen besucht. Trotz des enormen Erfolgs sollte man aber nicht vergessen, dass die Schauspieler ehrenamtlich auf der Bühne stehen und in der Freizeit proben, sagt Heiko Richter. Also, wenngleich sie sehr gut sind, sind es eben keine professionellen Schauspieler. Was die IGV nächstes Jahr spielt, ist noch offen. Auf jeden Fall wird es wieder ein Stück unter der Regie von Georg Veit sein.

Und man wünscht sich nur eins:

gutes Wetter!


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